RKI-Infobrief zur Erfassung und Bearbeitung von Hepatitis C im Gesundheitsamt
Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet seit einigen Jahren einen Anstieg der gemeldeten Fallzahlen von Hepatitis C in Deutschland. Gleichzeitig erschweren fehlende oder unplausible Angaben zum Infektionsstadium die epidemiologische Bewertung der Daten. Hinzu kommen Veränderungen bei der digitalen Meldungsbearbeitung über DEMIS, die in Verbindung mit angepassten Löschfristen zu Mehrfacherfassungen führen können.
In dem Infobrief des RKI werden Herangehensweisen, Änderungen bei der Bearbeitung und mögliche Unklarheiten adressiert, um zu einer Vereinheitlichung der Vorgehensweise und einer besseren Datenqualität für die epidemiologische Beurteilung der Meldedaten beizutragen.
Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, etwa durch das Teilen von Drogenkonsumutensilien, unsterile Eingriffe oder mangelnde Hygiene beim Tätowieren und Piercen. Akute Infektionen verlaufen häufig symptomarm und bleiben deshalb oft unentdeckt, während chronische Verläufe langfristig schwere Leberschäden verursachen können. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es bislang nicht, allerdings stehen seit 2014 hochwirksame antivirale Therapien zur Verfügung, die in den meisten Fällen zu einer Heilung führen.
Den INFOBRIEF 66 (28.04.2026) FÜR GESUNDHEITSÄMTER des RKI finden Sie hier.
