Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

... sexualpädagogik von kopf bis fuß

Zwei Jahre lang hat der Großteil der Vernetzung und fachlichen Weiterbildung zur sexualpädagogischen HIV/STI-Prävention im Online-Format stattgefunden. Über kleine Kacheln wurde  vernetzt, diskutiert und beraten. Auch bei der Fachtagung haben wir uns die letzten 2 Jahre nur von Kopf bis Schulter gesehen.

Dieses Jahr wollen wir uns endlich wiedersehen – und zwar von Kopf bis Fuß!
Und genau so soll auch das Programm gestaltet sein – Neue Impulse und kulturelles Programm für den Kopf, Gespräche mit den schmerzlich vermissten Kolleg*innen für den Bauch und körperorientierte Methoden für den ganzen Rest des Körpers.
Der erste Tag widmet sich ganz der internen Vernetzung untereinander. Wir freuen uns sehr, dass wir neben den bisherigen Projektergebnissen ganz exklusiv einen Einblick in das digitale Projekt „Diggi-Room“ erhalten.

Dieses Jahr freuen wir uns, euch mit diesem Programm endlich wieder im Könzgenhaus in Haltern am See begrüßen zu dürfen. Mit der Unterbringung im Tagungshaus sind auch die Teilnahmegebühren zurückgekehrt, die für die Teilnahme verpflichtend sind.

(Teilnahmegebühr 120€ für Fachkräfte und 60€ für Praktikant*innen)

Unter dem Motto "sexualpädagogik von kopf bis fuß" bieten wir während der zweieinhalbtägigen Fachtagung viele verschiedene themenspezifische Workshops an. Nähere Informationen zu den Themenschwerpunkten, Inhalten und Referent*innen findet Ihr hier in der Übersicht.

Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen. Die Corona-Pandemie hat eine Erschöpfung ausgelöst, die Auswirkungen auf unseren beruflichen Alltag hatte. Um dieser Erschöpfung entgegen zu wirken und damit wir uns nachhaltig auf unsere Arbeit fokussieren können, möchten wir in diesem Workshop gemeinsam Atemtechniken und Übungen aus dem Yoga praktizieren und lernen, wie wir sie in unseren beruflichen Alltag integrieren können. Du benötigst dafür eine Matte, bequeme Kleidung und eventuell eine dünne Decke, Tuch o.ä. Ich freue mich auf euch!

Referent*innen:
Sabine Henke | Diakonie Kirchenkreis Lennep

In dem Workshop zum Thema Beckenboden thematisiere ich, welche Funktionen der Beckenboden hat und mit welchen Bereichen im Körper er „zusammenarbeitet“. Des Weiteren gehe ich auf den Beckenboden bei Menschen mit Vulvina und im Anschluss bei Menschen mit Penis ein. Außerdem soll es darum gehen, was Menschen tun können, um ihre Beckenbodenmuskulatur zu stärken, wie auch Erektionsproblemen vorzubeugen oder um intensivere Orgasmen zu bekommen.

Referent*innen:
Sylwia Zdrzalek | Aidshilfe Düsseldorf

In diesem Workshop möchten wir gemeinsam in die Geschichte von Youthwork NRW einsteigen: Wofür steht das Netzwerk? Wie wurde und wird die Arbeit finanziert? Wie kann ein Workshop aufgebaut sein? Was bedeutet Lustfreundlichkeit? Welche Möglichkeiten habe ich, das Netzwerk mitzugestalten? Was sind Best Practise Beispiele und Lieblingsmethoden?  Dieser Workshop richtet sich an alte und neue Fachkräfte.  

Referent*innen:

Cora Nagorny | Aidshilfe Oberhausen
Lenny Streit | Geschäftsstelle Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW

Geplant ist ein Austausch über den Umgang mit queerfeindlichen
Aussagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im sexualpädagogischen Kontext.

Referent*innen:

SCHLAU Dortmund (angefragt)

Schon längst ist die postmigrantische Gesellschaft unsere Realität.
Unterschiedliche Kulturen und damit einhergehende Werte- und Normvorstellungen nehmen Einfluss auf unsere Umwelt. Gesellschaftliche und politische Missstände werden nicht selten mit kulturellen Unterschieden begründet.
Aber was verstehen wir unter „Kultur“ und wie kann es gelingen, diverse kulturelle Zugehörigkeiten in die sexualpädagogische Arbeit einzubinden?
Beginnend bei der Klärung von Begrifflichkeiten, möchten wir uns einen Überblick über Definitionen und den Ursprüngen von Begriffen zuwenden.
Im Workshop soll zudem der nötige Raum geschaffen werden, um mit einem Blick nach innen, eigene kulturelle Prägungen zu erkunden und deren Einfluss auf die berufliche Tätigkeit zu beleuchten.

Referent*innen
Sevtap Selvi ist als Sexualpädagogin in der Praxis für Sexualität tätig.
Dort begleitet sie die Bereiche Aus- und Weiterbildung, Fachberatung und Paar- und Sexualberatung. Im Bereich Weiterbildung ist sie für die Implementierung der Kultursensiblen Sexualpädagogik zuständig.
Ihre Sexualpädagogische Haltung ist durch ihre persönliche postmigrantische Perspektive und einem intersektionalen sowie rassismuskritischen Blick geprägt.



In Bezug auf die Sexualität von Jugendlichen machen regelmäßig mediale Schreckensmeldungen die  Runde. Stichworte wie „Generation Porno“, „Teenager-Schwangerschaften“, „sexuelle Verwahrlosung“ oder „Cybergrooming“ suggerieren dabei häufig das Bild einer in hohem Maße sexuell gefährdeten Jugend. Demgegenüber stehen anderweitige Einschätzungen, wonach Jugendliche derzeit ganz besonders verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umgehen würden. Als Maßstab dient dabei häufig das Verhütungsverhalten oder das durchschnittliche Alter beim ersten Geschlechtsverkehr.
Wer sich vor diesem  Hintergrund  in   der  (schulischen) Sexualpädagogik und der HIV-Präventionsarbeit mit Jugendlichen bewegt, kann sich nicht auf den Standpunkt zurückziehen, nur Informationen über sexuelle Entwicklung und (Infektions-)Risiken zu vermitteln.  Vielmehr transportieren sexuelle Bildungsangebote darüber hinaus Vorstellungen von „verantwortungsvoller“ Sexualität.  
Der Workshop lädt dazu ein, über diese Vorstellungen ins Gespräch zu kommen. Mit welchen (expliziten und impliziten) Aufträgen gehen wir in die HIV-Präventionsarbeit mit Jugendlichen? Was verstehen wir unter „verantwortungsvoller“ Sexualität? Und wie viel Verantwortungslosigkeit sprechen wir Jugendlichen und auch uns selbst zu?
Im Workshop gehen wir dieser „Beziehungskiste“ nach.  Es gibt weniger Vorträge und Inputs, sondern viel Raum für Austausch und Selbstreflexion. Zudem führen wir Methoden aus der sexuellen Bildung durch und diskutieren sie kritisch.

Referent*innen:
Marco Kammholz ist Erziehungswissenschaftler (B.A.) und Jugend- und Heimerzieher. Er arbeitet als freiberuflicher Sexualpädagoge (gsp) und Sexualberater (isp). Auf die Frage nach „verantwortungsvoller“ Sexualität ist er in seiner Arbeit als Testberater der Aidshilfe Köln und über das Buch „HIV und Schuldgefühle“ von Franziska Hartung gestoßen.

Wenn ihr regelmäßig vor großen Gruppen sprecht, ist eure Stimme einer enormen Herausforderung ausgesetzt. Sie muss funktionieren. Ihr wollt euch auf eure Stimme verlassen können. Sie ist euer Handwerkszeug für die Informationen, die ihr vermitteln möchtet.
In diesem Workshop werdet ihr erfahren, wie Ihr eure Stimme unterstützen und wirkungsvoll einsetzen könnt:
Ihr entwickelt euren individuellen Stimmklang mit dem Ziel einer langfristig kraftvollen und resonanzreichen Stimme.
Ihr erlernt effektive Atemtechniken und deren Umsetzung in den täglichen Sprechablauf.
Ihr erlebet euer ökonomisches, gut verständliches Sprechen.
Dabei werdet ihr Tipps kennenlernen, die bei Stimmproblemen hilfreich sind.

Da Stimme, Körper und Sprechen zusammen gehören, ist das Training ganzheitlich aufgebaut und klar strukturiert.
Neben leichten Übungen in der Gruppe, werden Euch individuelle Empfehlungen für eure Stimme gegeben, die ihr im Alltag effektiv umsetzen könnt.


Referent*innen:
Ursula Jansen-Bardach ist Lehr-Logopädin und Stimmtrainerin und arbeitet in eigener Praxis in Bochum (Schwerpunkt Stimmstörungen/Stimmtherapie).
Sie bietet Seminare für Menschen an, die ihre Stimmfunktion unterstützen und erweitern möchten sowie für Sänger*innen und Instrumentalist*innen.
Sie ist Gestaltkörpertherapeutin und Stimmpädagogin nach der Lichtenberger Methode.

Sue Solo widmet sich dem Sex. Aus ganzem Herzen, mit großer (Wiss-) Begierde, aus rein wissenschaftlichem, aber auch ganz privatem Interesse.  Dabei stehen ihr diverse Alter Egos wie das wissensdurstige Dr. Schmittchen, die abgebrühte Allwissende, flammende Feministinnen und neugierige Naive bei bzw. im Wege. Sie kämpft sich ihren Weg durch den Dschungel der wild wuchernden Mythen und Glaubenssätze, der tiefen Erkenntnisse und heißen Erfahrungen, lässt (vermeintlich) persönliche Erlebnisse Revue passieren, reflektiert über Aufklärungsunterricht sowie psychologische Historie und testet den Einsatz diverser Requisiten vor Augen des schwitzenden Publikums.
Dabei ist es ihr nicht zu peinlich, sich in Grund und Boden zu schämen, bis die Neugierde sie wiederum von Neuem packt und sie bereit ist, sich dem feuchten aufregenden Sumpf der Triebe mit ganzer Inbrunst erneut zu widmen.  


Sue Solo gibt mit diesem Theaterstück einen Einblick in den kreativen Umgang mit den Themen Sexualität, Lust und Liebe.
Anschließend an das Stück wird es die Möglichkeit geben, sich mit ihr darüber auszutauschen, wie Theater in der sexualpädagogischen Praxis methodisch eingesetzt werden kann.

Mittwoch 22. Juni 2022
09.30 - 10.00 Uhr     Ankommen                
10.00 - 12.00 Uhr    Gemeinsame Begrüßung, Kennenlernen, Grußwort Melany Richter, Lenny Streit berichtet aus dem Projekt Sexpäd HIV|STI  
12.00 - 13.30 Uhr    Mittagessen
13.30 - 16.30 Uhr    Workshops Phase 1
16.30 - 17.00 Uhr    Kaffee und Kuchen
17.00 - 18.00 Uhr    Diggi-Room Eröffnung
ab 18.00 Uhr        Gemeinsames Grillen    

Donnerstag 23. Juni 2022
08.15 - 09.00 Uhr    Frühstück        
09.00 - 12.00 Uhr    Workshops Phase 2    
12.00 - 13.00 Uhr    Mittagessen
14.00 - 17.00 Uhr    Workshops Phase 2
18.00 - 19.00 Uhr    Abendessen
Abendprogramm    Theaterstück Sue Solo
             
freitag 24.06.
08.15 - 09.00 Uhr    Frühstück
09.00 - 12.00 Uhr    Workshops Phase 2
12.15 - 13.00 Uhr    Mittagessen
Danach Gemeinsamer Abschluss